Die Stadt von Romeo und Julia erstreckt sich zu Fuß der Monti Lessini am Austritt des Valle dell'Adige in die Poebene. Sie gilt als eine der wichtigsten Städte Italiens, nicht nur als Industriezentrum, sondern auch als Strassen- und Eisenbahnknotenpunkt zwischen Italien und Nordeuropa. Verona ist eine „Kongressstadt”, in der jährlich Hunderte Konferenzen und Unternehmenstagungen stattfinden. Weltweit bekannt ist ihre internationale Messe, die Fiera Internazionale di Verona. Großes Ansehen genießt das Opernfestival in der Arena von Verona sowie die Theatervorstellungen im Teatro Romano. Hinsichtlich der historischen Zeugnisse zählt Verona zu den reichsten Städten Venetiens. Bedingt durch die geografische Lage war Verona bereits zur Römerzeit eine strategisch wichtige Stadt für die Durchreise nach Nordeuropa. Während der Kaiserzeit entwickelte sie sich neben Padua und Mailand zu einer der blühendsten Städte der Gegend. Ab dem 5. Jahrhundert war Verona Residenz ostgotischer, langobardischer und fränkischer Monarchen. Im 10. Jahrhundert von den Magyaren zerstört, wurde sie im 12. Jahrhundert zu einer „freien Stadt“, in der Handwerk und Handel blühten. Im Jahre 1260 fiel die Stadt unter die Stadtherrschaft der Scaliger und unter deren Einfluss avancierte sie sehr schnell zur Hauptstadt eines der damals bedeutendsten Reiche. Davon legen noch heute zahllose Kunstwerke Zeugnis ab. Ab 1405 gehörte Verona zur Republik Venetien, von der sie bis zum Einfall der napoleonischen Truppen im Jahre 1796 regiert wurde. 1814 wurde die Stadt von Österreich-Ungarn besetzt und 1866 Italien wieder angegliedert.
SEHENSWÜRDIGKEITEN: Verona besticht durch ihren Reichtum an römischen Überresten und die prächtigen Palazzi in rotem Marmor, die auf das Mittelalter zurückgehen. Die Juwele der Stadt sind aber zweifellos die berühmte Arena sowie die Piazza delle Erbe. Die Arena. Die im 1. Jahrhundert n. Chr. errichtete Arena, drittgrößtes Amphitheater Italiens und Symbol von Verona, erhebt sich auf der schönen Piazza Bra. Im Sommer werden auf der breiten Bühne der Arena Schauspiele und Opern aufgeführt, die jedes Jahr Begeisterte aus aller Welt anziehen. Castelvecchio. Die Burg Castelvecchio, ein wunderbares Beispiel der Architektur des 14. Jahrhunderts, wurde unter Cangrande II. Della Scala errichtet. Der Hauptturm geht auf die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts zurück. Sehenswert ist das Städtische Kunstmuseum, das eine Sammlung veronesischer und venezianischer Kunst vom 14. bis 18. Jahrhunderts beherbergt. Piazza delle Erbe. Piazza delle Erbe, ein ursprünglich römisches Forum, ist durch Bauwerke aus verschiedenen Epochen geprägt. Heute findet hier ein lebendiger und äußerst malerischer Markt statt. Läuft man unter dem aus dem 15. Jahrhundert stammenden Bogen "Arco della Costa" durch, wird man von der Piazza dei Signori empfangen. Zu bewundern sind hier der Palazzo della Ragione und der Palazzo degli Scaligeri, ein Herrenhaus der Scaliger, das Ende des 13. Jahrhunderts erbaut wurde. Erwähnenswert ist schließlich die Loggia del Consiglio, die Loge des Stadtrats. Ganz in der Nähe, an der kleinen Piazza Scala, fallen die „Arche“ der Scaliger ins Auge, die monumentalen Grabstätten, die die Signori auf dem Platz vor der Kirche S. Maria Antica errichten ließen. Der Dom. Mit dem Bau des Doms wurde Mitte des 12. Jahrhunderts begonnen. Bis zum 17. Jahrhundert wurde er zahlreichen Umbauten unterzogen. An der Fassade sticht das prächtige romanische Portal hervor. In ihrem Inneren ist die Kirche gotisch geprägt. Sie beherbergt zahlreiche Werke von unschätzbarem künstlerischem Wert. Dazu gehört unter anderem das von Tiziano geschaffene Altarbild, das die Aufnahme Marias in den Himmel darstellt. Basilika S. Zeno Maggiore. Die Basilika S. Zeno Maggiore, deren Ursprung auf die frühchristliche Zeit zurückgeht, zählt zu den schönsten und bedeutendsten romanischen Kirchen Italiens. Sie ist dem Schutzpatron Veronas geweiht. Besonders beeindruckend ist das bronzene Kassettenportal aus dem 12. Jahrhundert, dem ein von Löwen getragenes Säulenportal vorangeht. Im Kircheninneren ist das wunderschöne Triptychon von Mantegna auf dem Altar des Presbyteriums zu bewundern, das den Titel „Madonna auf dem Thron und Heilige“ trägt. Casa di Giulietta. Einen Besuch ist sicher das Haus der Julia an der Via Cappello wert. Es handelt sich um ein Gebäude aus dem 13. Jahrhundert, in dessen Innenhof der Balkon rekonstruiert wurde, der in Shakespeares Stück „Romeo und Julia“ Schauplatz der dramatischen Ereignisse war. Museen. An der Ausgrabungsstätte des Teatro Romano, die zu den wichtigsten Norditaliens zählt, befindet sich das Archäologische Museum. Zahlreiche Museen sind in der Stadt zu besichtigen. Neben dem Städtischen Kunstmuseum im Castelvecchio ist ein Besuch der Städtischen Galerie für Moderne und Zeitgenössische Kunst „Achille Forti“ empfehlenswert, in der Werke italienischer Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts (Hayez, Fattori, De Pisis, Boccioni) ausgestellt sind. Hier befindet sich auch eine Skulpturensammlung, darunter einige Skulpturen von Giacomo Manzù und Medardo Rosso. Das Museo Lapidario Maffeiano, von Scipione Maffei gegründet, beherbergt eine äußerst wertvolle Inschriftensammlung. Zu empfehlen ist auch ein Besuch der Biblioteca Capitolare, in der sich einige sehr wichtige Kodizes sowie das umfangreiche Archivio dei Canonici (Archiv der Kanoniker) befinden.
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