Der weltweit bekannte Urlaubs- und Thermalkurort zählt heute 25.000 Einwohner. Wegen seiner einzigartigen Lage war Sirmione bereits im Altertum berühmt. In der Tat erstreckt sich der Ort auf einer länglichen, bis in den See reichenden Halbinsel, die im Westen den Golf von Peschiera und im Osten den Golf von Desenzano begrenzt. Bereits seit der Römerzeit fand Sirmione in der Literatur häufig Erwähnung. Besonders Catull zitierte den Ort in seinen Versen, nicht zuletzt deswegen, weil seine Familie im 1. Jahrhundert v. Chr. in Sirmione ein Haus besaß. In der Römischen Republik war die Stadt ein wichtiger Verbindungspunkt zwischen Verona und Brescia. Als Zeugnis ihrer Vorrangstellung wurde hier die größte römische Villa Norditaliens errichtet, wahrscheinlich ein „Ferienhaus“. Nach der Römerzeit wurde die Stadt von den Langobarden und den Karolingern eingenommen. In dieser Zeit wurde sie zu einem bedeutenden Fischfangzentrum. Sirmione war aber auch Protagonistin im Kampf gegen die Häresie: Als Zufluchtsort für viele Anhänger der Katharer bzw. Albigeneser wurde die Stadt von Mastino I. Della Scala belagert, der die Häretiker besiegte und über 200 Menschen in der Arena von Verona verbrennen ließ. Die Scaliger rekonstruierten auch die Rocca - die Burg - von Sirmione und vergrößerten den Hafen. 1387 wurden sie jedoch von Gian Galeazzo Visconti, dem Herren von Mailand, vertrieben. Ihm folgte der Stadtherr von Padua. Bis 1797 stand dann Sirmione unter der Kontrolle der Serenissima, der Republik Venedig. Danach nahm Napoleon die Stadt ein, gefolgt von den Österreichern und schließlich von der Provinz Brescia. Sirmione ist ein beliebter Urlaubsort. Ein bedeutender Anziehungspunkt sind u.a. die Überreste aus der Römerzeit und dem Mittelalter.
SEHENSWÜRDIGKEITEN: Wundervoll ist der Ortseingang: Eine Brücke, die sich auf zwei Bögen stützt und Teil der Scaligerburg ist, führt in den mittelalterlichen Teil der Stadt. Dieser Stadtteil erstreckt sich am äußersten Ende der Halbinsel, wo diese die Form eines Dreiecks annimmt. Die Burg wurde von den Scaligern gebaut, womöglich 1250 von Mastino Della Scala selbst. Im 15. Jahrhundert unterlag sie Umbauten vonseiten der Venezianer. Noch heute befindet sich die Burg in einem optimalen Zustand und kann somit besichtigt werden (Tel. 030 916468). Auch wenn die Burg nur über wenige Innenräume verfügt, lohnt es sich, auf den Hauptturm zu steigen – allein wegen des Ausblicks, den dieser über den See und die Halbinsel bietet. In der Altstadt ist die Kirche Santa Maria Maggiore aus dem 15. Jahrhundert sehenswert, an deren Stelle einst ein alter heidnischer Tempel stand. Beim Verlassen der Altstadt trifft man auf das Thermalzentrum, dessen liebliche Gärten auf den See blicken. Das Zentrum befindet sich ganz in der Nähe der Boiola-Quelle, an der das Wasser bei einer Temperatur von 69°C entspringt. Entlang der Via Catullo – auch unter Benutzung einer Touristeneisenbahn – erreicht man in kurzer Zeit das Ausgrabungsgebiet der „Grotte di Catullo“ mit der römischen Villa, die zwischen dem 1. Jahrhundert v. Chr. und dem 1. Jahrhundert n. Chr. errichtet wurde. Tatsächlich steht die Villa in keinem Zusammenhang mit dem römischen Dichter, da sie erst nach dessen Tod gebaut wurde. Das Ausgrabungsgebiet verdankt seinen Namen den ersten Archäologen, die zu Beginn ihrer Tätigkeit in den Trümmern graben mussten, da die Zimmer vollständig mit Erde zugeschüttet waren. Das riesige Ambiente, ein wahrer Balkon mit Blick auf den Gardasee, bietet Freskomalereien, Säulen, Mosaike, Treppen und Mauerbruchstücke. Die Ausgrabungsstätte kann ganzjährig besichtigt werden (Tel. 030 916157)
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